Gesundheitsprüfung

Die Gesundheits­prüfung ist die zweite große Hürde beim Abschluss einer BU-Versicherung – nach dem Beruf. Versicherer fragen detailliert nach Vor­erkrankungen, Behandlungen, Operationen und Therapien.

Welche Fragen gestellt werden

Typische Gesundheits­fragen umfassen:

Die Tiefe der Fragen unterscheidet sich zwischen Versicherern erheblich. Manche fragen sehr breit, andere nur nach größeren Diagnosen.

Pflicht zur wahrheitsgemäßen Beantwortung

Alle Fragen müssen wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet werden. Wer falsche oder unvollständige Angaben macht, riskiert später den Verlust des Versicherungs­schutzes – auch dann, wenn die verschwiegene Erkrankung mit dem späteren BU-Fall gar nichts zu tun hat.

Empfohlen ist vor dem Antrag, die eigene Patientenakte beim Hausarzt einzusehen, gegebenenfalls Akten von Fachärzten und Krankenhaus­aufenthalten anzufordern und die letzten Jahre Krankenkassen­leistungen zu prüfen.

Anonyme Risikovoranfrage

Bevor ein formaler Antrag gestellt wird, lässt sich über einen unabhängigen Versicherungs­makler oder eine Online-Plattform eine anonyme Risiko­voranfrage bei mehreren Versicherern stellen. Vorteil: Antworten werden ohne Namens­nennung eingeholt; eine Ablehnung wird nicht im sogenannten Hinweis- und Informations­system (HIS) der Versicherungs­wirtschaft hinterlegt.

Erst wenn ein positives Annahmevotum vorliegt, wird der eigentliche Antrag bei diesem Versicherer gestellt.

Reaktion des Versicherers

Versicherer reagieren auf das Gesundheits­bild auf eine von vier Arten:

Spätere Anzeigepflicht­verletzung

Stellt sich nach Vertragsschluss heraus, dass Gesundheitsfragen falsch beantwortet wurden, kann der Versicherer den Vertrag anfechten oder vom Vertrag zurücktreten – je nach Schwere und Verschulden. Im schlimmsten Fall geht der Versicherungs­schutz rückwirkend verloren, gezahlte Beiträge werden zum Teil einbehalten.

Wer Vor­erkrankungen hat, sollte den Antrag nicht im Alleingang stellen. Ein unabhängiger Makler erkennt risiko­reiche Konstellationen, bereitet die Fragen vor und nutzt anonyme Voranfragen, um den für das individuelle Profil günstigsten Anbieter zu finden.

Häufige Fragen

Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?

Eine Anfrage an einen oder mehrere Versicherer, in der das Gesundheits­bild ohne Namens­nennung geschildert wird. Die Versicherer geben unverbindlich ein Votum ab – Annahme, Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung.

Erst bei positivem Votum wird der formale Antrag gestellt. So vermeidet man ablehnende Einträge im HIS.