Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Nicht jeder bekommt eine BU-Versicherung – und nicht für jeden ist sie die wirtschaftlich beste Lösung. Mehrere Alternativen schließen die Versorgungs­lücke teilweise.

Erwerbsunfähigkeits­versicherung

Leistet, wenn die versicherte Person überhaupt keine Erwerbstätigkeit von wirtschaftlichem Wert mehr ausüben kann. Der Maßstab ist deutlich strenger als bei der BU: nicht der konkrete Beruf, sondern jede zumutbare Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Praktisch wird nur in schweren Fällen geleistet. Beiträge sind entsprechend günstiger als bei der BU. Sinnvoll als Notlösung, wenn eine BU aus gesundheitlichen Gründen nicht erhältlich ist.

Grundfähigkeits­versicherung

Leistet beim Verlust definierter körperlicher Grund­fähigkeiten – etwa Sehen, Hören, Sprechen, Stehen, Gehen, Treppensteigen, Gebrauch der Hände, Knien. Anders als bei der BU spielt der Beruf keine Rolle.

Vorteile: günstigere Beiträge, klare und meist objektiv prüfbare Leistungs­voraussetzungen, weniger Streitfälle. Nachteile: Psychische Erkrankungen sind in der Regel nicht oder nur eingeschränkt versichert – und das ist die häufigste Ursache für Berufs­unfähigkeit.

Dread-Disease-Versicherung

Zahlt eine Einmalsumme beim Eintritt vorher definierter schwerer Erkrankungen – typisch Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs in fortgeschrittenem Stadium, Multiple Sklerose. Keine laufende Rente, sondern Soforth­ilfe.

Geeignet für begrenzte Lebenslagen (zum Beispiel laufender Immobilien­kredit), aber kein vollwertiger Ersatz für eine BU, weil viele BU-Ursachen – insbesondere psychische Erkrankungen – nicht abgedeckt sind.

Unfallversicherung

Zahlt eine Einmalsumme oder Rente bei Invalidität infolge eines Unfalls. Nachteil: Unfälle sind nur für etwa 8 % der BU-Fälle verantwortlich. Etwa 92 % aller Berufs­unfähigkeiten werden durch Krankheiten verursacht und daher nicht von einer Unfall­versicherung abgedeckt.

Eine Unfallversicherung ist kein Ersatz für eine BU, nur eine sinnvolle Ergänzung.

Vergleich

ProduktLeistet beiBeitragEignung
BU-VersicherungBerufs­unfähigkeit im konkreten BerufhochErstwahl, wenn versicherbar
EU-Versicherungvollständige Erwerbs­unfähigkeitmittelNotlösung bei BU-Ablehnung
GrundfähigkeitVerlust körperlicher Fähigkeitenmittelkörperliche Berufe; Ergänzung
Dread Diseaseschwere Erkrankungen (Liste)niedrig-mittelpunktuelle Absicherung
UnfallversicherungUnfall­invaliditätniedrigErgänzung, kein Ersatz

Für die meisten Erwerbstätigen bleibt die BU-Versicherung die wirtschaftlich sinnvollste Lösung. Alternativen sind insbesondere dort relevant, wo die BU aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen nicht oder nur sehr teuer erhältlich ist.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen BU und EU?

Die Berufs­unfähigkeits­versicherung leistet, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf nicht mehr möglich ist. Die Erwerbs­unfähigkeits­versicherung leistet erst, wenn überhaupt keine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mehr möglich ist.

Die EU-Versicherung ist günstiger, leistet aber deutlich seltener.