BU-Versicherung für Studenten und Auszubildende
Wer als Studentin oder Auszubildender eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sichert sich drei Vorteile auf einmal: niedrigste Beiträge, in der Regel beste Gesundheitswerte und damit die Versicherbarkeit für den Rest des Berufslebens.
Warum der Zeitpunkt entscheidet
Der Beitrag einer BU-Versicherung hängt von zwei Hauptfaktoren ab: Eintrittsalter und Gesundheitszustand. Beide sind in jungen Jahren am günstigsten. Wer mit 22 abschließt, zahlt über die gesamte Laufzeit oft 30 bis 40 % weniger als jemand, der erst mit 32 abschließt — und das bei identischer BU-Rente.
Hinzu kommt: Mit jedem Jahr steigt das Risiko, dass eine Vorerkrankung dazukommt, die zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder gar zur Ablehnung führt. Wer früh abschließt, sichert sich den Schutz, bevor das eigene Risikoprofil komplexer wird.
Wer kann abschließen
- Studierende — ab Volljährigkeit, oft auch für Schüler an Berufsfachschulen.
- Auszubildende — während einer dualen Ausbildung oder eines Praktikums.
- Berufsanfänger — innerhalb der ersten Berufsjahre vor Festigung des Einkommens.
Versicherer rechnen Studenten in eine eigene Tarifgruppe ein. Manche bieten Vergünstigungen oder Spezialtarife für bestimmte Studiengänge an (etwa Akademiker-Tarife).
Typische Beiträge
Für 1.500 € BU-Rente bis Alter 67, gesund, Eintrittsalter 22 — Richtwerte:
| Studiengang / Berufsbild | Monatsbeitrag (Netto) |
|---|---|
| Akademisch, Bürofach | ca. 30 – 50 € |
| Lehramt, Pädagogik | ca. 40 – 65 € |
| Medizin (Klinik) | ca. 60 – 100 € |
| Technische Studiengänge | ca. 35 – 55 € |
| Handwerkliche Ausbildung | ca. 80 – 140 € |
Konkrete Beiträge variieren je nach Anbieter und Tarif erheblich. Ein anbieterübergreifender Vergleich ist Pflicht.
Wichtigste Klauseln für Berufseinsteiger
- Verzicht auf abstrakte Verweisung — Marktstandard, muss aber ausdrücklich im Vertrag stehen.
- Nachversicherungsgarantie — erlaubt spätere Erhöhungen ohne neue Gesundheitsprüfung. Besonders für Studenten wichtig, weil das spätere Einkommen noch nicht feststeht.
- Stufentarif — startet mit niedrigem Beitrag, steigt erst mit den Jahren. Liquiditätsschonend, aber Gesamtkosten meist höher. Für Studenten oft sinnvoll.
- Studenten-Klausel — manche Tarife prüfen während des Studiums nach einem freieren Berufsbegriff. Im Zweifel anbieterabhängig.
So gehst du vor
- Anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern stellen lassen — über einen unabhängigen Versicherungsmakler oder Honorarberater.
- Bedingungen vergleichen: Verzicht auf abstrakte Verweisung, Nachversicherungsgarantie.
- Beiträge und Brutto/Netto-Verhältnis prüfen.
- Beim Abschluss Gesundheitsfragen sehr gewissenhaft beantworten — auch Bagatelldiagnosen aus der Studienzeit angeben.
Wichtig: Die BU-Versicherung sollte nicht mit der oft beworbenen "Erwerbsunfähigkeitsversicherung" verwechselt werden. Letztere leistet erst, wenn überhaupt keine Erwerbstätigkeit mehr möglich ist — ein deutlich engerer Leistungsbegriff. Mehr dazu auf Alternativen.
Häufige Fragen
- Lohnt sich eine BU-Versicherung während des Studiums?
Ja, häufig sogar besonders. Junge gesunde Antragsteller bekommen die niedrigsten Beiträge und sichern sich die Versicherbarkeit, bevor spätere Erkrankungen das Risikoprofil belasten.